Liebe Leipzigerinnen, liebe Leipziger,
um es vorweg zu sagen: Ich stehe zum „City-Tunnel Leipzig“ mit seinen positiven Folgewirkungen für die Zukunft: bessere S-Bahn-Verbindung in Leipzig, bessere Anbindung des südlichen Sachsens, IC- und später vielleicht sogar ICE-Verkehr. Ich ärgere mich wie alle Leipzigerinnen und Leipziger über die Kostenexplosion und Zeitverzögerungen und die damit verbundenen Belastungen.
Aber niemand sollte leichtfertig mal eben auf die Stadt Leipzig und ihre SPD-Oberbürgermeister schimpfen: Die seien schuld, dass es nicht rund läuft. Und mit Geld könnten die ohnehin nicht umgehen!
Der City Tunnel wurde bereits Mitte der Neunziger Jahre, also vor meiner Amtszeit, von der damaligen CDU-Landesregierung unter Kurt Biedenkopf und der Deutschen Bahn in die Wege geleitet. Der damalige Finanzminister, Prof. Milbradt, war Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft und hat sich wie ich finde sehr engagiert. „Mein“ liebstes Kind, kann der Tunnel also nicht sein. Aber ich danke der damaligen Landesregierung und meinem Vorgänger für den Mut und die Weitsicht. Genau so haben unsere Vorväter im 19.Jahrhundert die langfristige Zukunft unserer Stadt im Blick gehabt. Bravo.
Die Finanzierungsverträge wurden 2002 vom damaligen CDU-Wirtschaftsminister Kajo Schommer ausgehandelt. Obwohl es sich um ein Nahverkehrsprojekt handelt, hat sich der Bund mit insgesamt rund 192 Mio. € an der Finanzierung beteiligt, auch die EU wurde ins Boot geholt.
Schon damals wurde für das Risiko von Kostensteigerungen Vorsorge getroffen, auf die insbesondere die DB AG hingewiesen hatte. In den Verträgen gibt es eine klare Regelung: Das Risiko teilen sich nach festgelegten Kriterien Bund, DB AG und der Freistaat Sachsen, wobei der ganz überwiegende Anteil auf den Freistaat entfällt. Für die Stadt Leipzig entstehen keine Mehrkosten.
Ihr Wolfgang Tiefensee
Mehr Informationen zum Citytunnel finden Sie hier: www.citytunnelleipzig.de/
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